Von 14.-16.10.2026 absolvierten unsere Kameraden LM Wolfgang Baier, HFM Thomas Krasser und OLM d.F. Bernhard Harb eine intensive Aus- und Weiterbildung im Bereich der Tunnelbrandbekämpfung am Zentrum am Berg (ZAB) am Erzberg. Im Rahmen des Tunneltrainings Bahn standen jene besonderen Herausforderungen im Mittelpunkt, mit denen Einsatzkräfte bei Bränden und Rettungseinsätzen in Bahntunneln konfrontiert sein können.
Die Ausbildung dient der gezielten Vorbereitung auf Einsätze im Zusammenhang mit dem Koralmtunnel und vermittelt wichtige Kenntnisse sowie praktische Fertigkeiten für ein sicheres, strukturiertes und effizientes Vorgehen unter schwierigen Einsatzbedingungen.
Erkunden, Löschen, Suchen und Retten
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf dem Erkunden der Tunnelanlage. Für eine erfolgreiche Einsatzbewältigung ist es entscheidend, sich rasch einen Überblick über die Lage zu verschaffen, Fluchtwege und Wasserbezugsstellen zu lokalisieren sowie vermisste Personen ausfindig zu machen. Ebenso wichtig ist die eindeutige Kennzeichnung bereits erkundeter Bereiche, damit Informationen innerhalb der eingesetzten Mannschaften zuverlässig weitergegeben werden können.
Ein weiterer Ausbildungsblock widmete sich der Brandbekämpfung im Schienenfahrzeug und im Tunnelbereich. Dabei wurden verschiedene Löschtechniken für den Innenangriff in einem Waggon trainiert. Auch das Schlauchmanagement, die richtige Positionierung der Einsatzkräfte und die sogenannte Strukturkühlung waren zentrale Bestandteile der praktischen Übungen. Bei der Strukturkühlung wird die Tunnelstruktur gezielt gekühlt, um die thermische Belastung zu reduzieren und die Einsatzbedingungen für die vorgehenden Atemschutztrupps zu verbessern.
Darüber hinaus wurden allgemeine Löschtechniken und das Errichten von Riegelstellungen geübt. Diese Maßnahmen dienen dazu, eine weitere Brandausbreitung zu verhindern und angrenzende Bereiche zu schützen.
Suchen und Retten unter erschwerten Bedingungen
Besondere Anforderungen stellt die Suche nach vermissten Personen in verrauchten und unübersichtlichen Tunnelanlagen. Hier trainierten die Teilnehmer das systematische Absuchen von Tunnelbereichen und Schienenfahrzeugen. Zum Einsatz kamen dabei unter anderem Suchstöcke und Wärmebildkameras.
Neben der eigentlichen Suche ist auch die strukturierte Rückmeldung der Ergebnisse von großer Bedeutung. Welche Bereiche wurden bereits abgesucht? Welche Schienenfahrzeuge wurden kontrolliert? Wo bestehen noch Gefahren oder offene Suchbereiche? Solche Informationen sind für die Einsatzleitung unverzichtbar, um weitere Maßnahmen gezielt planen und koordinieren zu können.
Auch die besonderen Bedingungen eines Tunneleinsatzes wurden berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem das Rauch- und Temperaturverhalten, die Lüftungsverhältnisse, die Einschätzung der Gefahrenlage sowie die Kommunikation unter eingeschränkten Sicht- und Arbeitsbedingungen. Die richtige Beurteilung der Situation und das laufende Anpassen der taktischen Maßnahmen sind dabei wesentliche Voraussetzungen für einen sicheren Einsatzerfolg.
Praxisnahe Ausbildung für mehr Sicherheit
Das Training bot die Möglichkeit, die erlernten Techniken unter realitätsnahen Bedingungen anzuwenden und in abschließenden Einsatzübungen miteinander zu verbinden. Die Teilnehmer mussten dabei unterschiedliche Aufgaben bewältigen, Maßnahmen abstimmen und ihre Vorgehensweise laufend an die jeweilige Lage anpassen.
Der zeitliche Ablauf mit mehreren praktischen Trainingsblöcken, Wiederholungen und abschließenden Übungsszenarien ermöglichte es, die einzelnen Ausbildungsinhalte zu festigen und das Zusammenspiel der Maßnahmen zu verbessern.
Gut ausgebildete Atemschutzgeräteträger, klare Kommunikation und ein strukturiertes Vorgehen sind bei Einsätzen in Bahntunneln von entscheidender Bedeutung. Die erworbenen und vertieften Kenntnisse leisten einen wichtigen Beitrag dazu, im Ernstfall rasch, sicher und zielgerichtet handeln zu können.
Die Freiwillige Feuerwehr Stainz bedankt sich bei den Ausbildern für die fachkundige Vermittlung der Ausbildungsinhalte. Ein besonderer Dank gilt auch Wolfgang, Thomas und Bernhard für ihre Bereitschaft, Zeit und Engagement in die Aus- und Weiterbildung zu investieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung zu leisten.








